Die Kanarischen Inseln waren nicht immer ein Teil von Spanien. Demzufolge lebten auch die Spanier nicht immer hier. Wie die Ureinwohner der Kanarischen Inseln hießen und was wir sonst darüber über die Einheimischen gelernt haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Die Kanarischen Inseln liegen abgetrennt vom Festland

Die Kanarischen Inseln, sind eine Gruppe von sieben größeren Inseln und mehreren kleinen, die 100 km von der nordwestafrikanischen Küste entfernt liegen. Sozusagen ist das nachbarland Marokko. Eine Verbindung zum Festland gab es früher nicht und die gibt es heute auch noch nicht. Man kommt nur mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug von Spanien auf die Kanarischen Inseln oder von Afrika. Portugal natürlich auch. Es geht sogar als sogenanntes  Inselholpping auf die Kanaren. Direkt von der portugiesischen Insel Madeira.

Die Höhlen von Ansite sind gut erkennbar und dienten den Ureinwohner der Kanarischen Inseln als Schutz
Die Höhlen von Ansite sind gut erkennbar

Den gleichen Weg haben auch die spanischen Eroberer gewählt, als sie vom spanischen Festland auf die Kanaren kamen. Den Weg über die große See. Dabei trafen sie auf Menschen, die als Ureinwohner der Kanarischen Inseln gelten. Sie werden auch als Guanchen bezeichnet. Genauso wie die alte Sprache: Guanche!

Aber woher stammen die Guanchen?

Das Interessante an den Guanchen ist, dass sie eine helle Hautfarbe hatten. Was im ersten Moment ein bisschen böse klingt, ist ganz sachlich gemeint: Für diese Breitengrade ist das nicht typisch! So liegt die Frage auf der Hand, ob es eine Verwandtschaft mit Europa gab oder gibt. Linguistische Hinweise ergaben auch, dass es eventuell eine Verbindung zum nordafrikanischen Berbervolk gibt. Die Berber sind ebenfalls hellhäutig. Besteht hier ein Zusammenhang? Überlieferungen zufolge, lebten die Ureinwohner der Kanarischen Inseln, die Guanchen, technologisch unterentwickelt. Damals war das Festland wesentlich weiter im technischen Fortschritt. Zumindest berichteten das die ersten spanischn Siedler.

Die Höhlen von Ansite waren der Rückzugsort der Guanchen
Die Höhlen von Ansite waren der Rückzugsort der Guanchen

Demnach schlussfolgern die Forscher, dass die Kenntnisse der Hochseeschifffahrt nicht stark ausgeprägt waren. Von daher fehlt die Antwort, ob die Ureinwohner der Kanarischen Inseln auf diese Inseln gebracht worden oder aus eigenen Antrieb hekamen. Wenn ja, wie?

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Fakt ist aber: es muss vor einer sehr lange Zeit gewesen sein. Ob die Guanchen vielleicht als Folge der großen Wanderungen des 12. Jhd. v. Chr. auf die Kanarischen Inseln kamen, ist ebenso eine Theorie, die weder belegt noch widerlegt ist. Forscher gehen davon aus, dass die Guanchen nicht von Europa ausgehend von Insel zu Insel reisten, sondern dass die Inseln parallel besiedelt worden. Das heißt auf deutsch, dass eventuell ein damaliger Reisender (oder heißt es Auswanderer?) aus Europa erst auf der Europa zugewandten Insel Lanzarote landete und erst danach sukzessive weiter ging. Von Insel zu Insel. Dies wurde wiederum durch spanische Forscher wiederlegt.

Leider nur noch wenig Kulturgut der Guanchen vorhanden

Durch die spanische Eroberung wurde die Kultur der Guanchen stark beschnitten. Gott sei Dank gibt es Hinterlassenschaften der Kanarischen Ureinwohner, die Rückschlüsse auf die Lebensweise zulassen. Dazu zählen auf jeden Fall die Höhlen, also die Wohnstätten und Lagerräume mit samt den Felszeichnungen.
Nun raten wir doch mal, wie die Sprache der Guanchen hieß? Richtig, Guancha! Es ist eine ganz eigene Sprache, die dem des Berbervolkes ähnlich ist.
Mit Spanisch hat das nicht viel zu tun. Schade, dass man das nicht mehr hören kann. Vermutlich wurde die Sprache aber noch bis ins 19. Jahrhundert gesprochen.

Die Ureinwohner der Kanaren, lebten natürlich auch in Höhlen. Mit dem Steinmesser bewaffnet, gingen sie auf Jagd, beherrschten die Kunst der Mumifizierung, wie auch die alten Ägypter. Auf dem Roque Bentayga, auf der Insel Gran Canaria, hatte sie ihre Kultstätten. Aber auch der Roque Nublo war als Heiliger Berg schon damals wichtig.

Der Roque Nublo war für die Ureinwohner Ureinwohner der Kanarischen Inseln ein heiliger Berg
Der Roque Nublo war für die Ureinwohner Gran Canarias ein heiliger Berg

Beide können heute noch bewandert werden. Die Höhlen sind auch heute noch schön zu sehen. Direkt an der Straße Gran Canaria 65 (GC 65), von Arinaga nach Santa Lucia. Dort gibt es den Aussichtspunkt Mirador El Guriete.
Wir fahren die GC65 entlang, von der Küste in das gemütliche Bergdorf. Am Aussichtspunkt steigen wir aus, und lassen unseren Blick über die beeindruckende Landschaft schweifen. Dabei fallen uns drei Felsen auf, die von Bergen umgeben sind.

Mirador El Guriete - Aussichtspunkt auf die Festung von Ansite
Mirador El Guriete – Aussichtspunkt auf die Festung von Ansite

Es ist ein Tal, aus dem drei fast senkrecht stehende Felsen nach oben ragen. Dabei entdecken wir mehrere Höhlen in den Felsen.

Die Felsenhöhlen von Ansite – ein wichtiger Ort für Ureinwohner der Kanarischen Inseln

Ein spektakulärer Blick. Als wir das näher hinterfragen wollen, stoßen wir darauf, dass es sich hier um die Festung von Ansite handelt. Auch „Fortaleza Ansite“ genannt. Eine weitere Bezeichnung ist Fortaleza Grande.

Die Festung von Ansite diente den Guanchen als Rückzugsort, um der spanischen Eroberung zu trotzen. Der Legende nach, stürzten sich die Anführer der Guanchen freiwillig in den Tod. Damit wollten sie verhindern, den Spaniern in die Hände zu fallen und sich zu unterwerfen.

In diese unwegsame Landschaft zogen sich die Guanchen zurück
In diese unwegsame Landschaft zogen sich die Guanchen zurück

Zum Gedenken an die damaligen „Vereinigung“ beider Völker, der Guanchen und der Spanier, wurde bis vor Kurzem eine Feier abgehalten. Jedes Jahr am 29. April, wurde die Fiesta de Ansite gefeiert. Denn am 29. April 1483 ging Gran Canaria an die spanische Krone. Eine Vereinigung war das aber nicht, die Kanarischen Ureinwohner wurden unterworfen. Obwohl Sie in den Felsen nicht „erobert“ werden konnten, wurden Sie eben ausgehungert. Gut, heute feiert man das auch nicht mehr! 2005 wurde das Gebiet von der UNESCO zum Weltbiosphärenreservat erklärt.

Wir klettern selbst in die Felsenhöhlen

Wir fahren ein paar Minuten weiter. Dann folgen wir dem braunen Schild, dass uns die Richtung nach Fortaleza zeigt. Den Mietwagen stellen wir am Parkplatz ab und laufen zu den Bergen.

Hinweisschild zur "Fortaleza Ansite" - Festung von Ansite
Hinweisschild zur „Fortaleza Ansite“ – Festung von Ansite

Die Felsen mit den vielen Höhlen. Wir versuchen die Höhlen zu erobern und beginnen ein Kletterabenteuer. Zwischenzeitlich ist es nicht mehr ganz so gefährlich, denn es wurden Wege angelegt. Ganz ohne sind die ungesicherten Wege zwar nicht, bieten aber ein wenig das Gefühl, als seien wir mitten drin. Ein kleines Kletterabenteuer beginnt.

In einige der Felsenhöhlen können wir sogar reingehen, bei den großen Bereichen, in denen wir hindurch spazieren können, gibt es immer wieder kleinere Löcher im Felsen. Wie eine Art Schrank lassen sich diese kleinen Felsenlöcher nutzen. Vielleicht hatten die Guanchen früher Lebensmittel aufbewahrt? Also praktisch sind diese Schränke schon. Im Gegensatz zu einem wuchtigen Kleiderschrank, fallen sie nicht sofort auf.

Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln hatten keine Holzstufen
Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln hatten keine Holzstufen

Dann gibt es die großen Höhlen. Das sind dann die, in denen man sich richtig sicher fühlt. Wer dort mit dem Rücken an der Wand geschlafen hat, hatte volle Rückendeckung. Dies ist im Gegensatz zu der großen Höhle, die als Durchgang durch den Felsen dient. Einfach mitten durch. Ein Loch im Stein. Ein großes Loch, in einem großen Stein!

Ein Loch im Stein - durchgehende Höhle von Ansite
Ein Loch im Stein – durchgehende Höhle von Ansite

Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln lebten zwischen Einöde und Palmental

Es ist aber auch spannend und aufregend dort entlang zu laufen. Immer wieder klettern wir ein paar Steine nach oben und nach unten. Dann laufen wir zum anderen Felsen. Die Gegend an sich wirkt trostlos und öde. Wir gehen in das Loch im Berg. Auf der einen Seite hinein, auf der anderen wieder heraus. Dann stehen wir da und schauen uns um. Von Fels zu Fels. Davon gibt es viele! Die Felsenhöhlen von Ansite sind in jedem Fels mehrfach vorhanden. Wie eine Art Wohnhaus oder eine Festung! Wir schauen in die raue und zerklüftete Landschaft. Dann geht unser Blick nach unten ins Tal, zu jeder Menge grüner Palmen. Dort ist es nicht mehr so öde und trostlos.

Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln lebten in Grüne Palmen im Nirgendwo
Grüne Palmen im Nirgendwo

Ein interessantes Gebiet, was unseren Abenteuergeist und unsere Vorstellungskraft beflügelt. Immer wieder pfeift ein Wind durch die Gegend, es sind ein paar Wolken am Himmel, aber auf der anderen Seite scheint die Sonne. Es ist nicht kalt aber auch nicht richtig warm.

Hier lebten sie also die Guanchen. Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Doch woher sie kamen, bleibt ein Rätsel…