Idstein ist eine Stadt in Südhessen. Sie liegt nördlich der Landeshauptstadt Wiesbaden und stellt ein sogenanntes Mittelzentrum dar. Was genau ein Mittelzentrum ist, haben wir uns auch gefragt. Dabei handelt es sich um einen Begriff der Verwaltungs- und Städteplanung. Grob gesagt finden wir in einem Mittelzentrum alle wichtigen Bestandteile der Infrastruktur, die für die Versorgung der Menschen wichtig sind. Sogar ein Kino gehört dazu. Natürlich auch ein Krankenhaus, Lebensmittel und eine gute Verbindung zu Bus, Bahn und Autobahn. Das ist auch wichtig, denn über die Autobahn erreichen wir den Finanzplatz Frankfurt am Main, in nicht mal einer Stunde.

Seit November 2015 trägt die mittelalterliche Stadt den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“. Dieser Titel wurde durch die Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa verliehen. Wir haben also ein Mittelzentrum, eine Reformationsstadt und einen Hexenturm. Damit ist noch nicht Schluss, denn Idstein ist sehr vielseitig und hat wirklich einiges zu bieten.

Idstein ist eine Hochschulstadt

Wer hat noch nicht von Carl Remigius Fresenius gehört? Die chemischen Analysen der Nahrungsmittel?

Stadtmauer Idstein
Wir schlendern an der Stadtmauer entlang

Der gute Mann gründete 1848 das Chemische Laboratorium Fresenius. Bereits 1931 erhielt die Schule die staatliche Anerkennung für die Ausbildung von Chemietechnikern. Ab 1962 ging es mit der Schule weiter bergauf, so dass nun auch ein Ingenieursstudium angeboten wurde. Das war der beste Weg zur Fachhochschule, denn ab 1971 konnte der Studiengang Chemieingenieurwesen an der Fachhochschule Fresenius studiert werden. Bisher spielte sich die gesamte Ausbildung bzw. das Studium in Wiesbaden ab. 1995 war es dann soweit: Die Hochschule zog aus Wiesbaden weg und Idstein bekam eine Hochschule.

Seit 2016 ist auf dem Ortsschild nach Idstein der Zusatz „Hochschulstadt“ zu finden. Das beeindruckt, denn es leben nicht viel mehr als 25.000 Einwohner im Umkreis des mittelalterlichen Stadtzentrums. Dabei ist die Fläche gerade einmal 80 km2.

Die schiefen Fachwerkhäuser von Idstein

Sicher ist Idstein schon etwas älter, erhielt allerdings erst im Jahre 1287 die Stadtrechte. Noch heute prägen die Zeitzeugen aus Holz, Lehm und bunten Farben das Stadtbild. Ein Spaziergang durch die Altstadt Idsteins lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die vielen bunten Häuser, die teilweise schief und krumm sind. Das macht es natürlich spannend, die Altstadt bleibt uns so auf jeden Fall in Erinnerung. Bunt und schräg, aber hübsch!

schiefes Fachwerkhaus Idstein
so richtig gerade ist das nicht, oder?

Das friedliche Schlendern durch die alte Stadt lässt den erholsamen Urlaubstag entspannt verlaufen. Dabei war es nicht immer friedlich.

Vor langer, langer Zeit…Was war denn hier los?

Das Mittelalter war überall turbulent, nicht immer herrschte Frieden. Das gesamte Leben verlief etwas rau, denn die Ritter benahmen sich nicht immer und hatten auch Knigge noch nicht gelesen. Weil sich die Städte gegen feindliche Angriffe verteidigen mussten, entstanden natürlich auch Anlagen, die dem Schutz der Stadt dienten. Ein beeindruckendes Monument dieser Zeit ist der alte Bergfried. Mit einem Durchmesser von 12m, erhebt sich der Turm bis zu einer Höhe von 42m. Das reichte aus, um die Umgebung des alten Idsteins zu beobachten und schnellstmöglich Alarm zu geben. Auf Stabilität und lange Haltbarkeit legte man früher schon wert. Immerhin sind die Mauern 3m dick. Für die mit der Stadt innerlich verbundenen Bewohner und für uns Besucher ist das ein glücklicher Zustand, denn Stabilität bedeutet auch ein langes Leben des steinernen Reliktes.

Hexenturm Idstein
Der Bergfried wird auch Hexenturm genannt

So können wir uns heute noch auf die Bank setzen und dieses imposante Bauwerk bestaunen. Der Bergfried von Idstein wird oft auch als Hexenturm bezeichnet. Das hat auch einen Grund.

Alles Hexerei – ein fauler Zauber, der später rehabilitiert wurde

Alte Hexe! Was heute ein Schimpfwort ist, war früher auch eines. Nur die Bedeutung war ein wenig anders. Denn Hexen standen in direkter Verbindung mit dem Teufel. Eine alte Frau, mit einem großem Knubbel an der Nase, eine schwarze Katze auf dem Schoß oder ein schwarzer Vogel. Dann fliegt sie dahin auf Ihrem Besen, durch die tiefe schwarze Nacht. Doch eine Hexe (es gab auch Hexer), sollte einen Zauber über die Menschen legen können. Allerdings meistens so, dass diesen Menschen etwas Schlimmes geschieht. Böse Flüche, Zaubersprüche und dieses fiese Lachen. Was man so alles erzählt…

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An Hexerei glaubte man an vielen Orten, unter anderem eben in Idstein. Deswegen wurde die Hexenverfolgung auch in der Stadt praktiziert, so dass es jede Menge Hexenprozesse gab. Kaum vorstellbar, dass in dieser friedlichen Alstadtkullisse Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Erst im Jahre 2014 wurden die verbrannten Personen moralisch rehabilitiert. Auch der pure Zufall kann etwas Schlimmes nach sich ziehen, es muss ja keine Hexerei dahinter stecken. Wer heute einen Menschen der Hexerei verklagen möchte, muss Beweise liefern. Das aber dürfte ziemlich schwierig werden.

friedliche Altstadt Idstein
Die Altstadt von Idstein ist heute sehr friedlich

An dem Hexenturm befindet sich heute eine Tafel mit all den Namen der hingerichteten Menschen. Eingesperrt wurde dem Hexenturm von Idstein aber niemand.

Musik Festival in der Unionskirche Idstein

Ein ebenfalls altes Bauwerk ist die Unionskirche. Diese befindet sich in der Stadt und wurde 2017 umfassend saniert. Anlass war das 200-jährige Jubiläum der Nassauischen Union. Unter anderem war die Unionskirche eine Spielstädte des Rheingau Musik Festivals. 1912 wurde die Walcker-Orgel eingebaut, welche man 1990 restaurierte.

Unionskirche
Die Unionskirche begeistert durch die Malerei und bietet einen schönen kühlen Ort

Die Kirche selbst ist sehr alt, denn schon 1725 wurde sie zu einer Gedächtnisstätte für die Grafen von Nassau-Idstein ausgebaut. Dabei ist das Gebäude nicht das erste an der Stelle, denn bereits 1287 soll sich am gleiche Platz eine romanische Kirche befunden haben.

Unterricht im Residenzschloss von Idstein

Bis 1728 war Idstein eine Residenzstadt der Grafen von Nassau-Idstein. Freilich, wo der Adel residiert, muss es eine Residenz geben. So machen wir uns auf den Weg zur Schule. Schule?

Residenzschloss und Pestalozzischule
Das frühere Residenzschloss ist heute eine Schule

Das alte Residenzschloss von Idstein wird heute von der Pestalozzischule genutzt. Eine schöne alte Schule, in einer wunderbaren Altstadt. Man vermutet, dass bereits im 11. Jhd. Ein Schloss auf diesem Felsen stand, wo Jugendliche heute Aufsätze schreiben. Die 1614 teilweise noch erhaltene Bausubstanz wurde für die Errichtung des Residenzschlosses genutzt, welches 1634 fertiggestellt wurde. Damals diente das stabile Bauwerk als Aufenthaltsort der Grafen von Nassau-Idstein. Heute lernen die Schüler alles was man braucht um einen Hochschulabschluss zu bekommen. Vielleicht sogar als Grundlage für den Abschluss als Chemieingenieur?

Achja: Später annektieren die Preußen die Stadt. Die wollten aber auch alles haben!